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Maissilage wird in Rundballen gepresst zur perfekten Handelsware - Schweizer und österreichische Lohnunternehmer kooperieren. Dr. Karl Heinz Gerhold Für viele kleinere Landwirte, Übergangsbetriebe, aber auch für Hobbybauern ist neben Heu Silomais und/oder Grassilage wichtiges Zukaufsfutter. Ob für die Sommerfütterung von Leistungspferden, Zufütterung bei Rindern während Regenperioden oder bei Trockenheit - Silage in Kleinmengen ist für viele Betriebe sehr interessant. Bislang ist jedoch das "Handling" bzw. die Manipulation mit dem angekauften Silomais nicht einfach und oft sehr aufwändig. Meistens fehlen angepasste Konservierungsmöglichkeiten. Werden herkömmliche Konservierungsräumlichkeiten verwendet, entstehen fast immer beachtliche Verluste (Schimmel, Erwärmung, Nachgärung). In Vorarlberg haben zwei Lohnunternehmer in Zusammenarbeit mit Kollegen aus der benachbarten Schweiz eine neue Technologie entwickelt: Silage und Mischsilage in Rundballen. Technik des neuen Verfahrens Schon seit Jahren gibt es die Möglichkeit, Quaderballen mittels Blockschneider aus dem Silo zu entnehmen und zu wickeln. Dabei entsteht jedoch viel, weil z. B. der Mais abbröckelte und nicht wunschgemäß verwertet werden konnte. Bei diesem neuen Verfahren können natürlich neben Grassilage auch Maissilage, CCM (es werden nur Maiskörner und Maisspindel geerntet), LKS (besteht aus Lieschen, Maiskörner und der Maisspindel), MKS (besteht nur aus Maiskörner) und Mischsilagen gefertigt werden. Futter für jeden Geschmack Denkbare Mischsilagevarianten wären z. B.: Heu mit Grassilage, Grassilage mit Apfel- oder Birnentrester, Grassilage mit Futterrüben, Grassilage mit Silomais u. a. m. Je nach Fütterungsanforderung der verschiedenen Tierarten kann der Auftraggeber z. B. eine Wildfütterungsgemeinschaft oder der Pferdebesitzer eine eigene Wunschrezeptur beim Lohnunternehmer bestellen. Gerade für Pferdehalter und für die Wildfütterung ist diese Möglichkeit eine interessante Option. Eine weitere Wahlmöglichkeit ist, dass der Auftraggeber eigens oder fremdes Futter mischen und konservieren lassen kann. Die Zusammenarbeit der Vorarlberger Lohn-unternehmer (LU) mit den Schweizern funktioniert in der Form, dass die Wickelmaschinen aus der Schweiz angefordert werden, weil diese ca. fast 200.000 Euro teure Technik in Vorarlberg allein zu wenig ausgelastet wäre, zumal eigentlich nur im Herbst eine Vollauslastung gegeben ist. Hinzu kommt, dass das Rundballenverfahren wesentlich schneller arbeitet als die ehemalige Quaderballentechnik für die Produktion von Kleinmengen bzw. für Mischsilagen. Zum Vergleich sei angeführt, dass bei der Quaderballentechnik vier Personen in acht Stunden ca. fünfzig Ballen fertigen konnten, beim Rundballenverfahren werden vierzig pro Stunde gepresst und gewickelt. Ein weiterer Vorteil ist, dass beim Transport bzw. beim Be- und Entladen Rundballenzangen eingesetzt werden können, die praktisch überall vorhanden sind. Dass die Rundballentechnik die Quaderballentechnik endgültig abgelöst hat, ist auch auf die beschränkte Möglichkeit der Mischsilagebereitung zurückzuführen. Weitere Vorteile sind die gute Verdichtung, dadurch keine Nachgärung und keine Verformung der Rundballen. Der Durchmesser und die Höhe der so gefertigten Rundballen beträgt 1,20 m, das Gewicht schwankt je nach Feuchtigkeit zwischen 800 und 1100 kg im Durchschnitt, also ca. 1000 kg. Logistik und Kosten des neuen Verfahrens Das eigene oder das zugekaufte Futter, z. B. Silomais, wird mit dem Selbstfahrer geerntet und auf neben herfahrende Ladewagen gehäckselt. Das Siliergut wird nun entweder direkt über das Querförderband des Silierwagens in das Höhenförderband der Rundballenpresse eingebracht oder auf den befestigten Untergrund abgekippt. Das Abkippen auf dem befestigten Untergrund ist auch als Pufferlösung anzusehen. Zum einen ist dadurch der teure Selbstfahrer permanent im Einsatz und zum anderen kann das konservierende eigene Futter mehrerer Landwirte genau separiert werden. Das abgekippte Siliergut wird mit einem Teleskoplader in den stationären Silierwagen - der von einem Traktor angetrieben wird - gekippt und von dort über Kratzboden, Dosierwalzen und Querförderband dem Höhenförderer der Rundballenpresse zugeführt. Die Rundballenpressen der schweizerischen Lohnunternehmer werden mit deren Schlepper mit ca. 160 PS betrieben. Mit dieser Logistik werden ca. 40 Rundballen/Stunde gefertigt, was einem Durchsatz von ca. 50 m 3/Stunde entspricht. Das gepresste Siliergut wird entweder mit einem Netz gebunden oder mit einer Stretchfolie zunächst ummantelt und nochmals sechsmal gewickelt. Während früher für die Silagefütterung im Sommer viermal und für den Winterbetrieb sechsmal gewickelt wurde, wird aus verschiedenen Überlegungen heraus bei der Netzvariante acht- bis zehnmal die so gefertigten Rundballen umhüllt. Dabei ist zu bedenken, dass die Rundballen mehrfach manipuliert werden müssen (Transport zum Zwischenlager, Transport zum Lkw, abladen vom Lkw und Transport zum jeweiligen Landwirt bzw. "alternativen Endverbraucher" und Lagerung bis zum Verfüttern). Für wen kommt dieses Verfahren in Betracht? Generell ist der Zukauf von so erzeugter Rundballensilage für Betriebe hochinteressant, die hochwertiges Futter zukaufen wollen oder müssen. Dabei wäre an Pferdebesitzer, Schaf- und Ziegenhalter, Wildfütterer, kleinere Landwirte, Bergbauernbetriebe u. a. m. zu denken, die keine eigenen Siliermöglichkeiten besitzen und sich mit Silobehelfen oder ungeeigneten Siliersystemen bedienen müssten. Für den landwirtschaftlichen Bereich ist diese Möglichkeit mehr für kleinere Betriebe, allenfalls für mittlere von Bedeutung. Anders ist der Bezug von Rundballensilage für Übergangsbetriebe und für jene, die aus Platzgründen keinen Flachsilo bauen können, mehr als nur überlegenswert. Auch die Entnahme selbst setzt keine spezielle Technik voraus. Für manche Betriebe ist lediglich für den Ballentransport vom Ort der Lagerung zum Ort der Fütterung eine einfache Technik zu besorgen, wobei auch hier der Maschinenring bzw. die zwischenbetriebliche Maschinenverwendung eine gute Möglichkeit der Kosteneinsparung ist. Die Überlegung des Verzichts eines eigenen Anbaues von Grundfutter (Heu, Gras- und Maissilage, Futterrüben, etc.) und dadurch den Verzicht einer eigenen maschinellen Technik neben dem Nichtbedarf von eigenen Konservierungsräumen gestalten dieses Verfahren von der Kostenrechnung her betrachtet doch wieder interessant. Fazit Mit dieser eleganten Methode sind Silomais, Grassilage und Mischsilagen analog zu Heu zu einer perfekten Handelsware geworden. Durch die luftdichte Verpackung des Siliergutes sind die Futterkonserven nach bisherigen Erfahrungen sehr lange haltbar. Für Betriebe, die noch reichlich Silomais und/oder Grassilage zum Erntebeginn im zu befüllenden Flachsilo vorliegen haben, ist der Einsatz dieser Technik mehr als nur ideal.
(Quelle: 13.09.2004, Bauernjournal West) Originaltext: http://www.landnet.at/article/articleview/16730/1/4996/ ) |
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